Biomimetik : Der Natur auf der Spur

10. April 2018

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Wer ist am innovativsten?

3,8 Milliarden Jahre Forschung und Entwicklung! Kein noch so innovatives Unternehmen, auch nicht Google kann mit diesem ältesten und fruchtbaren Laboratorium in R&D mithalten: der Natur. Sie zählt mehr als 15 Millionen Arten, die in einem dynamischen Gleichgewicht miteinander agieren und den Ursprung für viele nachhaltige Entwicklungen darstellen. Die Natur ist eine Quelle für Erneuerungen unermesslichen Reichtums und verfügt über Eigenschaften, die es ihr erlauben, ihr Umfeld anzupassen statt es zu ändern. Sie ist sparsam mit ihrem Energiehaushalt, arbeitet mit Umgebungstemperatur und -druckverhältnissen, verarbeitet lokale, ihr zur Verfügung stehende Materialien und produziert, ohne Abfälle zu verursachen: Material, was von den einen verbraucht wird wandelt sich in Nahrung für die anderen um. Kurzum, Lebewesen sind Vorbilder und können uns viel lehren auf unserem Weg zu nachhaltiger und umweltschonender Entwicklung. Leonardo da Vinci hat sich dieses Verständnis zu eigen gemacht und eine Fledermaus als Vorbild für den Bau seiner Flugmaschine genommen.

Das Entstehen der Bionik:

Die Bionik befasst sich „systematisch mit der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktionen, Verfahren und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme. Dazu gehören auch Aspekte des Zusammenwirkens belebter und unbelebter Teile und Systeme sowie die wirtschaftlich-technische Anwendung biologischer Organisationskriterien“. Bionik wurde erst später, im Jahr 1997, durch die amerikanische Naturforscherin Janine Benyus theoretisiert. Die Disziplin wächst und sie hat die Entwicklung von außergewöhnlichen Erfindungen für die heutige Wirtschaftswelt ermöglicht. Sie lässt sich in drei Kategorien einordnen: Erfindungen von Flächen und Formen (Bsp.: Shinkansen inspiriert durch den Schnabel des Eisvogels), Erfindungen von Prozessen und Materialien (Bsp.: Solarpanel mit Pflanzenblätter als Vorbilder) und Erfindungen im Ökosystem (Bsp.: industrielle Ökologie mit Vorbildern aus natürlichen Ökosystemen).

Nah der Natur zu sein bedeutet auch, sich von ihr inspirieren zu lassen

Bei Lafuma Mobilier hat uns die Nähe der Marke zur Natur schnell dazu geführt, uns von ihr inspirieren zu lassen. Die Natur produziert so viel mit so wenigen Dingen ohne etwas zu vergeuden oder Rückstände zu hinterlassen. Genau das sind auch unsere Prinzipien bei der Produktion unserer Produkte: sich auf das strikt Notwendige verlassen, sich innovativ mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geben und Quantität der Materialien und Produktionsprozesse optimieren.

Der Relax, 127° Wohlbefinden inspiriert durch die Beobachtung von Lebewesen

Das beste Beispiel für Vorlagen aus der Natur bietet möglicherweise unser Sessel Relax. Dieser Entspannungssessel wurde nach seiner Herausgabe im Jahr 1961 sehr erfolgreich und dieser Erfolg dauert bis heute an. Er ist das unverzichtbare Objekt für Momente der Entspannung in Ihrem Garten, aber auch für kleine Pausen drinnen und ist wegen seiner Qualität und seines optimalen Komforts sehr begehrt. Das erklärt sich überwiegend durch die Zusammenarbeit mit Medizinern während seiner Konzeption. Mediziner haben erkannt, dass die Blutzirkulation im menschlichen Körper dann erleichtert wird, wenn die Beine leicht über dem Herzen gelagert werden. Der Sessel Relax wurde konzipiert, um dem menschlichen Körper in dieser Position Wohlbefinden zu verschaffen. Erst später wurde diese Beobachtung durch die NASA bestätigt, die in den 1990er-Jahren Experimente durchgeführt hat, um die natürliche Position des Körpers in der Schwerelosigkeit festzustellen, wenn alle Körperglieder entlastet sind. Der Körper neigt sich ganz natürlich in eine 127°-Stellung. Diese Stellung nennt man „Schwerelosigkeit“ und findet sich in der Liegeposition des Sessels Relax.

Inspiration durch lebende Ökosysteme, um Müll zu vermeiden

Lafuma Mobilier lässt sich auch von Prinzipien der Ökologie des European Institute of Innovation and Technology (EIT) anregen, das durch das französische Institut für Bionik CEEBIOS&sup1 als „Schritt angesehen wird, das natürliche Funktionieren von Ökosystemen in einem Gebiet oder einem Gewerbe- oder Industriegebiet, in dem die Abfälle der einen Ressourcen für den anderen bedeuten, zu imitieren“. Die industrielle und territoriale Industrie zielt darauf ab, die Auswirkungen der Industrie auf die Umwelt zu begrenzen, indem sie sich auf das Beobachten der Natur stützt. Beispielsweise lässt sich durch Untersuchungen des Primärwaldes ein Ökosystem mit verschiedenen lebenden Organismen entdecken, indem man verfügbare Ressourcen langfristig optimal nutzt. Bei Lafuma Mobilier haben wir daran gearbeitet herauszufinden, wie wir in einer Partnerschaft mit unserem wichtigsten Lieferanten, Serge Ferrari, unsere Abfälle sinnvoll für unsere Zweigniederlassungen in Ressourcen verwandeln können. Wir haben dementsprechend unsere Kunden angewiesen, benutzte Stoffe zu sammeln, so dass sie für die Herstellung des recycelten Stoffes Batyline und für die Produktion von neuen Produkten verwendet werden können.

Dies sind noch bescheidene Beispiele, die dennoch dazu beitragen, eine Dynamik in Gang zu bringen. Die Bionik hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Aufschwung erfahren und wurde als eine von acht Faktoren für das Aufkommen der sechsten Innovationswelle&sup2 identifiziert. In Frankreich gibt es bereits 170 Forschungseinheiten zu diesem Thema. Mehr als sechzig kleine und große Unternehmen berufen sich auf dieses Vorgehen durch alle Branchen hinweg: Energie, Bau, Materialwirtschaft, Kosmetik …

Bei Lafuma Mobilier stehen wir erst am Anfang, aber wir begreifen die Bionik als eine immense Chance für unser Vorgehen und für unser Ökosystem.

¹ Das CEEBIOS (Europäisches Kompetenzzentrum für Biomimetik von Senlis) ist ein Netzwerk nationaler Kompetenzen und ein zukünftiger Demonstrator für bio-inspirierte Innovationen.

² Moody, J. B., & Nogrady, B. (2010). The sixth wave: How to succeed in a resource-limited world.