Was ist Ökodesign?

21. Oktober 2019

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Angesichts der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und der durch unsere Lebens- und Produktionsweise hervorgerufenen Umweltverschmutzung verbreitete sich hierüber ein allgemeines Bewusstsein. Als Präventionsansatz für ökologische Probleme ist das Ökodesign ein neuer Ansatz, der den Lebenszyklus eines Produkts überdenkt. Dieses Vorgehen kann in allen Wirtschaftsbereichen Anwendung finden, das Design bildet dabei keine Ausnahme.

 

Ökodesign: Definition

 

Das auch als ökologisches, nachhaltiges oder verantwortungsbewusstes Design bekannte Ökodesign wurde in den 2000er Jahren in Frankreich entwickelt und hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte nach den Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung zu konzipieren.  Diese globale Vorgehensweise integriert das Konzept des Umweltschutzes, von der Entwicklung von Waren bis zu ihrem Lebensende , unter Einbindung einer verantwortungsbewussten Abfallwirtschaft. Das Ökodesign wird in allen Phasen reflektiert: von der Produktion über die Verpackung bis zum Vertrieb der Produkte.

 Transabed und Next naturfarben am Rand eines hübschen Pools

Einer der Pioniere des Ökodesigns ist Victor Papanek (1927-1999), der sein Leben der Förderung eines verantwortungsbewussten Designs für den Planeten und die Gesellschaft widmete. Der österreich-amerikanische Industriedesigner missbilligte Industrieprodukte und hielt sie für unzweckmäßig und belanglos. Für ihn war der wichtigste Aspekt beim Design dessen Beziehung zum Einzelnen. Das Ökodesign wird diesem Bedürfnis gerecht. Victor Papanek zielte darauf ab, « bei der Konzeption und der Entwicklung von Produkten die Umweltaspekte zu integrieren ». Zusammengefasst geht es darum, zu produzieren, ohne zu zerstören.

 

Was ist der Ökodesign-Ansatz?

 

Das Ökodesign kann über eine Analyse des Produktlebenszyklus erfolgen, um ein Produkt in seiner Gesamtheit zu überdenken und dessen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Alle Akteure und Mittelspersonen übernehmen diesen Begriff. Konkret setzen Designer beim Produkt von Anfang an auf  nachhaltige Rohstoffe.  Umweltverträgliche Möbel werden daher aus erneuerbaren, biologisch abbaubaren oder recycelten Materialien hergestellt. Holz oder Bambus (FSC-zertifiziert) sind so in den Bereichen Einrichtung oder Wohnbau zu unverzichtbaren Materialien geworden. Metalle wie Stahl oder Aluminium lassen sich leicht recyceln  ; die unsere Innenräume zierenden Baumwollbezüge sind im Allgemeinen « Oeko-Tex-zertifiziert », usw. Der Prozess muss optimiert werden, so dass ein minimaler Materialverbrauch erzielt wird. Auch können die bei der Herstellung anfallenden Abfälle selbst recycelt und dann in anderen Industriezweigen verwendet werden.

Der Energieverbrauch ist auf ein Maximum begrenzt , sowohl im Herstellungsprozess als auch bei den Vertriebswegen. Die in der Industrie verwendeten umweltschädlichen Behandlungen, die Emissionen in Luft, Wasser und Boden verursachen, werden bei der Entwicklung sogenannter umweltverträglicher Produkte verbannt. Außerdem ist der Warentransport von der Fabrik zum Verbraucher durchdacht, um  den Transport zu verringern  und somit den Verbrauch von Treibhausgasen zu reduzieren. Der lebensmittelspezifische Trend « Locavore » erstreckt sich auf alle Arten des nachhaltigen Konsums. So legt ein Möbelstück oder ein Sessel  , der in Frankreich hergestellt wird  , zwangsläufig weniger Kilometer zurück als eine Ware mit der Herkunftsbezeichnung « Made in China ».

Das Produkt wird als Mehrkomponentensystem angesehen. Das Objekt selbst ist nachhaltig konzipiert, das Ökodesign befasst sich mit den Elementen rund um das Produkt. Kunststoffverpackungen beschränken sich somit auf strikte Notwendigkeiten, wie beispielsweise den Bedarf an wasserdichtem Schutz. Ebenso sind Marketingelemente wie Werbebriefe, die in der Regel noch vor dem Lesen im Papierkorb landen, ein Tabu. Umweltfreundliche Möbel stehen im Zeichen von Nachhaltigkeit. So werden Ersatzteile vorgesehen, damit der Verbraucher das Produkt nicht wegwerfen muss, sondern ein veraltetes Teil austauschen kann, was dem Produkt zu einem zweiten Leben verhilft.

 

 

Warum sollte man sich an Ökodesign orientieren?

 

Aktuelle Umweltproblematiken bewegen Entwickler dazu, ihr Design zu überdenken. Der Erhalt der Ressourcen und der Biodiversität, die Vermeidung von Umweltverschmutzung und -belastung, der Erhalt des Klimagleichgewichts und der Kampf gegen Verschwendung haben in der Entwicklungs- und Produktionsphase wesentlich an Bedeutung gewonnen. Dieses Vorgehen wird auch von Verbrauchern befürwortet, da sie die Erhaltung unseres Planeten anstreben. Das Überdenken des Konsumverhaltens im Sinne von Slow Life ist im Alltag unerlässlich. Die Konsumenten tun immer mehr dafür, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Sie stellen hohe Anforderungen an die Produktqualität und achten mit geschärftem Blick auf die Zusammensetzung, die Herkunft und die Herstellungsart von Produkten.

Maxi Transat Farbe Lac auf einer üppig bepflanzten Terrasse

Die Entscheidung für Ökodesign gewährleistet hochwertige Möbel. Nach dem Wirtschaftsboom in den 1930er Jahren und dem Aufkommen des Einweg-Konsumgutes konzentrierte sich die Industrie auf die kostengünstige Herstellung von Waren aus Billigmaterialien. Ökodesign ist die Gegenrichtung vom « Wegwerfkonsum ». Umweltfreundliche Waren garantieren eine lange Lebensdauer , da sie aus edlen und/oder nachhaltigen Materialien hergestellt werden sowie leicht reparierbar und recycelbar sind. Das Ökodesign versteht sich sozusagen als Teil eines positiven Kreislaufs, der nützlich für die Wirtschaft ist.